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Am 8. September wäre sie 69 Jahre alt geworden. Kurz
vor der großen Henne-Gala am 20. September gibt es jetzt eine Henne-Büste.
Ein SUPERillu-Interview mit dem Berliner Bildhauer Karsten Klingbeil.
 
Herr Klingbeil, Sie haben eine Büste von Helga Hahnemann geschaffen.
Wer hatte die Idee und wo wird sie einmal stehen?
Meine Frau Ulla (die bekannte Charity-Lady, die Red.) und ich gehören
wie Rechtsanwalt Hans Eike von Oppeln-Bronikowski zum Freundeskreis des
Berliner Friedrichstadtpalastes. Bei einem Treffen sprachen wir darüber,
etwas Unvergessliches zu schaffen, ein Andenken an eine ganz Große. Da ich Bildhauer bin, Porträts mein Spezialgebiet sind und wir mit Helga befreundet waren, habe ich mich sofort bereit erklärt. Wo die Büste platziert wird, ist noch ein Geheimnis, das in Kürze gelüftet wird.
Aus
welchem Material ist die Büste?
Sie wird aus Bronze sein, vorher habe ich sie aus Ton modelliert. Davon
wird eine Form gemacht, daraus ein Gipsguss, und dieser wird an eine Gießerei
gegeben. Als Erstes muss man für so eine Büste das Gesicht vermessen -
was ja bei der Henne nicht mehr ging.
Sie haben also nur nach alten Fotos arbeiten können?
Ja, und das war schwierig. Ich musste wissen, wie Helgas Profil war, wie
ihre Ohren aussahen. Doch es gibt keine Fotos, die sie von hinten oder
im Profil zeigen. Zum Glück konnten wir dann Kontakt zu ihrer ehemaligen
Friseurin aufnehmen, die Helga vierzehn Jahre lang frisiert hatte und
sich noch genau daran erinnern konnte. Die geschminkten Augen waren das
markanteste Markenzeichen von Helga. Ihre künstlichen Wimpern hat mir
ihre Friseurin mitgebracht und ich habe sie modelliert.
Wie
haben Sie eigentlich die Henne kennengelernt?
Meine Frau lernte sie kennen, weil sie Helga wegen einer Wohltätigkeitsveranstaltung
anrief. Sie verstanden sich auf Anhieb, hatten das gleiche Temperament.
Beim ersten Treffen begrüßte Ulla die Henne mit: „Na, Sie Kommunisten-Kuh!“,
und Helga sagte: „Na, Kapitalisten-Zicke!“
Welches Verhältnis hatten Sie zu ihr?
Helga sagte gleich zu Ulla: „Dein Alter ist doch ein großer Kaufmann,
der kennt sich doch aus in der kapitalistischen Welt, der kann mich doch
beraten!“ Und das habe ich gemacht. Vor einigen risikoreichen Projekten
habe ich sie gewarnt. Zwischen uns war gleich Vertrauen da, wir haben
uns auf Anhieb verstanden. Helga war einfach ein Typ, der zu uns passte.
Woran erinnern Sie sich?
Helga war einfach ein ganz normaler Mensch, nicht abgehoben, sehr lustig,
aktiv, temperamentvoll - und liebte ihre Katzen über alles. Wir saßen
oft auf ihrer Veranda, haben Kaffee getrunken, sie hat uns ihr Porzellan
gezeigt auf das sie stolz war.
Was ist Ihrer Frau in Erinnerung geblieben?
Durch ihre Freundschaft weiß sie einiges, was anderen unbekannt ist. Zum
Beispiel über Helgas langjährige Liebesbeziehung mit einem Mann, den Helga
aber später rausschmiss. Für Ulla war sie eine scharfzüngige, liberale
Frau - ohne das politisch zu meinen. Sie hatte Herz mit Schnauze, war
eine Entertainerin. Und Helga hatte sich immer gewünscht, wie Rolf Herricht
auf der Bühne zu sterben. Denn ohne die Bühne wollte Helga nicht leben.
Als sie ihre Diagnose bekam, fuhr sie ins KaDeWe, kaufte eine 2-Liter-Flasche
Champagner, doch die konnten Ulla und Helga nicht mehr trinken. Ihr Hals
war zu gereizt von der Säure. Sie diktierte Ulla ein Testament, doch der
Notar wollte erst am Donnerstag kommen. Da war Helga schon 24 Stunden
tot.
Helga Hahnemann - eine große Entertainerin
(http://www.mdr.de)
1995 wurde der Publikumspreis ins Leben gerufen im
Gedenken an die große Entertainerin, Komikerin und Sängerin Helga Hahnemann
(Foto), die im November 1991 an Krebs starb. Ihr liebevoller Spitzname
beim Publikum war "Henne" - deshalb eine Bronzefigur in Gestalt eines
goldenen Huhns. Geschaffen hat die Plastik übrigens der Berliner Künstler
Christian Bonnet.
Wer
war Helga Hahnemann ? Am 8. September 1937 in Berlin geboren. Sie macht
Abitur, studiert an der Staatlichen Schauspielschule, geht 1959 ans Leipziger
Kabarett "Die Pfeffermühle".
Ab 1962 arbeitet sie freischaffend als Schauspielerin
und macht für Rundfunk und Fernsehen Synchronarbeit.
Im DFF ist sie u.a. in der Satire-Sendung "Tele-BZ"
zu sehen, gehört ab 1969 dem Schauspieler-Ensemble des DFF an.
1977 startet ihr erstes Solo-Programm: "Helgas Fitparade".
Berühmt "Helgas Top(p)-Musike" einmal als Radio-Show im Berliner Rundfunk,
aber auch als dreimalige Personality-Show im DFF. Viermal darf sie den
"Kessel Buntes" moderieren,
1980 wird sie zum erstenmal "Fernsehliebling". Ihr größter
Hit: "Jetzt kommt dein Süßer". Ihr zweites, berühmtes Ich: Die Putzfrau
Traudl Schulze.
Am 20. November 1991 stirbt die Entertainerin an Krebs.
Henne, wie ihr Publikum sie zärtlich-vertraut nannte, ist auf dem Friedhof
in Wilhelmsruh (bei Berlin) beerdigt.
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