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'Begreifbare Kunst' für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen

Am 3. Juli übergab der Berliner Bildhauer Karsten Klingbeil den von ihm geschaffenen Skulpturengarten am 'Hertha-Schulz-Haus'. In seinem Grußwort dankte der amtierende Oberbürgermeister Jann Jakobs dem Künstler für dieses außergewöhnliche Kunstwerk, das nicht nur das Oberlinhaus bereichere sondern auch die Stadt Potsdam. Gleichzeitig erinnerte Jakobs an die Anfänge der Taubblindenarbeit in Deutschland, die 1887 mit der Aufnahme von Hertha Schulz im Oberlinhaus begann.  
Karsten Klingbeil, der wegen eines Hüftleidens an zwei Krücken laufen musste, wollte mit den 30 bronzenen Tierfiguren, taubblinden Kindern und Erwachsenen die Vielfalt der Tierwelt näher bringen. Er bezeichnete es als einen unhaltbaren Zustand, dass diese behinderten Menschen von so vielem ausgeschlossen sind.
Auf fünf großen Platten, die die fünf Kontinente und verschiedenen Lebensräume repräsentieren, finden sich unter anderem die Giraffe, das Nashorn, der Elefant und Wasserbüffel. In einem Wasserbecken der Wal, ein Delfin und unter Wasser eine Schildkröte. Aber auch die einheimischen und weitere exotische Tiere sind vertreten. Auf jeder Platte hat der Künstler maßstabsgerecht auch die Figur eines Menschen angeordnet, damit die Größenverhältnisse vermittelbar sind.

  
Zu der Feierstunde erschienen zahlreiche Freunde und Förderer der Taubblindenarbeit. Unter ihnen die Schauspielerin Jutta Wachowiak, TV-Moderatorin Carla Kniestedt, der Sänger Jürgen Walter, und Ulla Klingbeil. Durch ihre Stiftung wurde das Kunstwerk finanziert.
Für Michael Schoenholtz ist es die erste Arbeit, die von ihm in Potsdam dauerhaft zu sehen ist. Zur feierlichen Übergabe wird Frau Dr. Ursula Prinz, stellv. Direktorin der Berlinischen Galerie, eine Einführung in das Schaffen des Künstlers geben.